Das Training
Nun war es soweit, dass Training begann, erst fünf Einzelstunden ( mit einem Hund ), danach nochmal fünf Doppelstunden (mit beiden Hunden zusammen ).
Das Eizeltraining sollte bewirken,das eingeschweißte Team "Geistig zu trennen", mit den einfachsten Übungen lernte ich mich wichtig zu machen, ich mußte wichtiger und
interesanter sein als der Bruder.
Auch zu Hause schmuste und spielte ich viel mit den Hunden einzeln, ich besorgte alles mögliche an Tunnel, Reifen, Hütchen, Stangen, Clicker, Bälle u.s.w. um mit den Hunden alles mögliche einzeln zu trainieren um sie eng an mich zu binden.
Das in der Hundeschule gelernte setzte ich zu Hause auch immer mit dem anderen um ( immer Einzeln ), zwei Wochen Hometraining dann die nächste Stunde ( immer abwechselnd) u.s.w.
Mit einer Schleppleine, Spielzeug, einer mit Steinen gefüllten Coladose und natürlich jedemenge Leckerchen bewaffnet ging ich das Training an.
Ich war überrascht, was das Einzeltraining bewirken kann, schon nach
ein paar Tagen hatten die Hunde sich verändert.
Als ich mit Shep zur dritten Stunde bei Susanne auf dem Übungsplatz stand, staunte sie über den Erfolg.
Es war eine anstrengende und harte Zeit, meine Nerven
drohten oftmals zu zerreißen, mit jedem Hund einzeln trainieren, spazieren gehen und die Übungen einhalten, manchmal klappte
es wunderbar, manchmal klappte aber auch überhaupt nichts und Biene war ja auch noch da.
Ich gewöhnte mir an meine Nerven zu schonen, indem ich den Spaziergang
beendete wenn sich einer der beiden Jungs unmöglich aufführte, auch wenn ich nur dreißig Meter weit gekommen bin.
Als wir nach zehn Wochen Einzeltraining zur ersten Doppelstunde bei
Susanne anrückten, staunte sie darüber, was aus dem "wilden Haufen" geworden ist und sie lobte mich zu Himmel und ich platzte fast vor Stolz.
Die Doppelstunden (mit beiden Hunden ) wurden dazu genutzt, dass gelernte mit beiden Hunden zusammen zu festigen, jeder Hund wurde beim spazierengehen einzeln angesprochen und mit Leckerchen gelockt, wenn sie zusammen in eine Kuh-oder
Pferdeweide stürzen wollten, rappelte eine mit Steinen gefüllte
Coladose und wenn sie erschrocken zusammenzuckten mußte ich sie unendlich trösten und bald merkten die beiden, dass es doch angenehmer war bei mir zu bleiben
Auch andere Übungen wurden mit beiden gefestigt, z.B. Fußgänger und Radfahrer vorbeizulassen ohne einen Aufstand zu machen oder das Jogger nicht gejagt oder angesprungen werden u.s.w. Auch diese Übungen wurden immer zwei Wochen trainiert, dann die nächste Stunde.
Auch zu zweit mußte immer und immer wieder trainiert werden
und auch hier klappte es manchmal wunderbar und manchmal überhaupt nicht. Von nun an war zu Hause einen Tag Einzeltraining und einen Tag
Doppeltraining angesagt, auch im Erwachsenenalter wird noch viel einzeln trainiert.
Als wir die fünfte Doppelstunde hinter uns gebracht hatten, freute
Susanne sich darüber, wie schnell Shep & Kash gelernt hatten und meinte wenn wir weiter so hartnäckig weiter machen würden, dürfte
es bald keine großen Probleme mehr mit den beiden Brüdern geben aber alles brauche seine Zeit.
Ja, viel Zeit, starke Nerven und vor allem Durchhaltevermögen, wer
glaubt mit ein paar Übungsstunden ist alles getan, der hat sich getäuscht, es ist ein langer, langer Weg mit vielen Höhen und Tiefen.Oftmals hatte ich das Bedürfnis, die Flinte ins Korn zu werfen und
einfach aufzugeben, aber ich hatte die Verantwortung übernommen, ich wollte es schaffen und jeder noch so kleine Erfolg ließ mich weitermachen, es konnte ja schließlich nur besser werden.
Das Copieren und das Downloaden von Bildern und Texten ist ausdrücklich untersagt und unterliegt dem copyright.2007 copyright Sabine Schmitz,Shep & Kash zwei Wurfbrüder