Mein Rudel
Mein Rudel besteht mittlerweile aus vier Hunden: Biene, Shep, Kash und Bailey.
Ein Rudel zu leiten erfordert ein ständiges beobachten, Situationen abschätzen, schlichten und manchmal auch eingreifen.
Es ist ratsam, schon im Welpenalter eine gewisse Rangordnung einzuhalten um unnötigen Zoff unter den Welpen zu vermeiden, sollte man selber nicht erkennen können welcher Welpe welche Stellung bezieht, sollte man das mitHilfe eines Hundetrainers klären lassen, es kann
eine große Hilfe sein!!
Mit zehn Monaten übernahm Shep das Kommando und ernannte sich zum Rudelführer, eine gravierende Veränderung im Rudel die auch eine gewisse Unruhe mit sich brachte, er gab allen unmissverständlich zu verstehen:
ICH BIN DER CHEF!!
Shep stellte seine Rudelgesetze auf und verlangte, dass diese auch peinlichst genau eingehalten werden, da Hunde großen Respekt vor dem Alter haben, räumte er Biene das Vorrecht auf Futter ein, ansonsten hat Shep Vorrecht auf alles-egal was!!!.
Ein Typisches Beispiel: Durch den Wind kommt ein Ball angekullert, Kash möchte auch mit dem Ballspielenaber Shep hat Vorrecht...
... ein scharfer Blick von Shep, Kash zieht sich zurück und überlässt Shep den Ball!
Als die Rüden älter wurden, stellte sich irgendwann die Frage, Kastrieren oder nicht, wenn ja, beide oder nur einen und wenn, welchen??!!
Ich fragte meinen Tierarzt, der aber sofort ablehnte, er meinte das nach einer Kastration andere Probleme auftauchen könnten und dann sei es nicht
mehr rückgänig zu machen. Ich war verunsichert und sprach mit Hundetrainern, Hundepsychologen hatte ich Online angeschrieben, aber leider musste ich feststellen, dass die Meinungen weit auseinander gehen:
einemal hießt es, unkasstrierte Rüden würden sich in der Pubertät verfeinden, ein anderes mal heißt es, unkastrierte Rüden verfeinden sich wenn sie Erwachsen sind, was denn nun??
Nach langer suche fand ich einen Bericht im Internet " Kastration als Lösung?" nachdem ich Ihn aufmerksam durchgelesen hatte, entschied ich mich dafür, keinen der Rüden kastieren zu lassen.
Immer öfter kam es mal zu Streitereien die mir ein wenig Angst machten und ich überlegte, ob die zwei sich irgendwann nicht mehr verstehen würden.
Shep forderte immer öfter Respekt von seinem Bruder und auch Biene wurde hier und da daran erinnert, wer der Chef im Rudel ist.
Wieder habe ich mich ins Internet begeben um nach Rat zu suchen und fand einen Bericht über Kommentkämpfe, nachdem ich ihn durchgelesen hatte, wurde mir einiges klar, ich verstand meine Hunde besser und konnte wieder
beruhigt schlafen, mir wurde klar, dass es sich um ein normales Verhalten unter Hunden handelte.
Mein Rudel funktioniert noch immer hervorragend, das wichtigste ist die Rangordnung einzuhalten, auch hier gehen die Meinungen weit auseinander, einmal heißt es , es gibt keinen Chef unter den Hunden, einmal heißt es, den
Chef im Rudel Chef sein lassen.
Ich habe mehrere Varianten ausprobiert und bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich Shep Chef unter den Hunden Chef sein lasse, wir haben unsere Grenzen gesetzt und Shep seine für sein Rudel.
Die Varieante, keinen Chef unter den Hunden endete wie es enden musste, mit einem Riesen Knall!!!
Als Shep die Chefrolle entzogen wurde, wuchs im Rudel die Spannung, Kash tanzte seinem Bruder förmlich auf der Nase herum und Shep durfte
sich nicht wehren, er hatte den geforderten
Respekt verloren, in ihm tickte eine Zeitbombe.
Ein paar Wochen vergingen und ich fühlte mich nicht wohl, die Stimmung im Rudel gefiehl mir überhaupt nicht und dann, eines Tages, als wir zum einkaufen aus dem Haus gingen, sah Shep seinen Moment der Abrechnung gekommen, etzt waren sie alleine und niemand würde mitbekommen, dass
er seinen Bruder heftigst zurechtweisen würde.
Zum Glück war aber mein Sohn Kevin zu Hause ( der noch
schlafend im Bett lag) und konnte den furchtbaren Strei beenden. Nein, so sollte es nicht sein, ich wollte kein Rudel dass man jedesmal in getrennte Räume sperren mußte wenn man mal aus dem Haus geht, auf gar keinen Fall!!!
Mir war es jetzt egal, was in Büchern und in etlichen Berichten
stand, ich entschied mich, Shep ist und bleibt Chef unter den Hunden.
Die Varieante, Chef im Rudel Chef sein lassen funktioniert wunderbar, Shep forderte seinen Respekt zurück und die Ordnung und Ruhe im Rudel
kehrte wieder zurück, dass heißt aber
nicht, dass er Narrenfreiheit hat, wir haben auch unsere Grenzen gesetzt, wenn er zusehr den Chef raushängen lässt oder seine Laune, weil er morgens schon mit der falschen Pfote
aufgetreten ist, an den anderen Hunden auslassen will, greife
ich ein, dann darf er auch gerne mal eine Stunde im Platz liegen bleiben und über sein Verhalten nachdenken.
Im laufe der Zeit habe ich gelernt zwischen Streit und Zurechtweisungen
zu unterscheiden, bei einem Streit gehe ich dazwischen und versuche zu
schlichten, sollten die Streithähne nicht
aufgeben wollen, werden sie mit einem scharfen Ton zum Platz gebracht und bewegen sich erst wieder, wenn ich es sage. ( Dann liegen sie nebeneinander wie kleine
Kinder und sehen sich ungläubig an, als wollten sie sagen: Wir haben
doch garnichts gemacht!!).Danach ist aber auch der Streit meistens vergessen
Als im März 2008 der zwölf Wochen alte Rüde Bailey bei uns einzog, hat Shep sofort die Vater-, Kash die Onkel- und Biene die Omarolle übernommen.
Biene kümmert sich überhaupt nicht um den Junior, sie ist nur Oma, gerne liegt sie draussen auf Ihrem Lieblingsplatz und sieht zu, wie Ihre "Söhne" mit Ihrem "Enkel" spielen oder Unterricht geben.
Auch Bailey wird manchmal zurechtgewiesen und muß von Shep in das Rudel eingeordnet werden, bis jetzt ist noch alles harmlos abgelaufen und ich mußte noch nicht eingreifen, obwohl es manchmal sehr hart wirkt.
In solchen Situationen denke ich immer an die Worte meiner Hundetrainerin, die immer gesagt hat : Keinen trösten und keinen
beschimpfen, die Hunde müssen das selber klären.
Welche Stellung Bailey im Erwachsenenalter bezieht, wird die Zeit mit
sich bringen, egal ob und wie sich die Rangordnung verändert, ich muß es akzeptieren!!!
Es macht sehr viel Spass mein kleines Rudel zu beobachten, wenn sie im Garten unter sich sind und ihre Rollen verteilen, ein klein wenig Natur im
eigenen Garten, einfach Toll!!!!!
2007 copyright Sabine Schmitz, Shep & Kash zwei Wurfbrüder.